Schottenkapelle St. Jakob
Schottenkapelle - still werden, aufatmen, sein dürfen
Versteckt hinter hohen Kastanienbäumen, zwischen Schule, Fahrradstrasse und Imbissstand steht unscheinbar und still die kleine Schottenkapelle St. Jakob. Im Jahr 2025 machte sich eine Handvoll Menschen auf den Weg, dieses leuchtende Kleinod mit den wunderschönen, von Albert Birkle gestalteten, bunten Glasfenstern wieder mit Leben zu füllen. Unter dem Motto der Citypastoral «Kirche mittendrin» finden wieder regelmässige Angebote wie die Tankstille oder das Kontemplative Gebet Donnerstag abends statt. Zudem ist die Kapelle regelmäßig von Montag bis Freitag geöffnet und lädt ein, mit Hilfe von kreativen Gebetsimpulsen zur Ruhe zu kommen und aufzutanken. Die Schottenkapelle versteht sich als ein Ort der Stille, des Gebets, der Ermutigung und der Begegnung mit Gott mitten im Alltag.
Mitarbeitende gesucht:
Falls es Interessent:innen gibt, die das Projekt Schottenkapelle ehrenamtlich unterstützen möchten, können Sie sich gerne bei Antje und Stefan Willi melden: antje_willi@web.de
Wenn Sie die Schottenkapelle suchen ...
hilft dabei die Bezeichnung der Bushaltestelle "Schottenplatz" an der unteren Laube. Es ist der Pausenhof des Humboldt-Gymnasiums, der diesen Namen trägt. Hinter mächtigen Bäumen verbirgt sich dort die Schottenkapelle, ein schmuckes Kirchlein mit Dachreiter, das von der Schottenstraße her leichter zu erkennen ist.
Geschichtlicher Hintergrund
Die heutige Schottenkapelle ist – wie auch die Platz- und Straßenbezeichnung um sie herum – ein Hinweis auf das einstige Schottenkloster St. Jakob an dieser Stelle. Als „Schottenklöster“ gelten die im 11, und 12. Jahrhundert von irischen Mönchen an Pilger- und Handelsstraßen bei uns gegründeten Benediktinerklöster. Ausgangspunkt war Regensburg mit der dort 1190 errichteten Abtei und Kirche St. Jakob. Es folgten: 1134 St. Jakob in Würzburg, um 1137 St. Jakob in Erfurt, 1142 St. Jakob in Konstanz und weiter noch einige mehr bis nach Wien und Kiew. Seit römischer Zeit wurde Irland neben „Hibernia“ (nicht zu verwechseln mit Hiberia = Spanien) auch als „Soctia“ bezeichnet. Im 11. und 12. Jahrhundert nannten sich die irischen Wandermönche selber „Scoti“, zu deutsch also Schotten. Jenen irischen Mönche, die in früheren Jahrhunderten zu uns aufs Festland kamen, wie z.B. der hl. Gallus oder der hl. Fridolin, sind bei uns bekannt als iro-schottische Mönche. Die Aufgabe der Schottenklöster lässt sich bereits erahnen, wenn wir sehen, dass viele von ihnen den Namen des Apostels Jakobus des Älteren tragen, dessen Grab in Santiago de Compostela Ziel der verschiedenen Pilgerwege ist, die aus allen Teilen Abendlandes dorthin führten und führen. Die Schottenmönche, auch die in Konstanz, betreuten die Santiago-Pilger und gewährten ihnen Obdach.




